Legacy Magazine

V.A. „Split Yourself“
(Carnage)

Unter dem Titel „Split Yourself“, der die Grundintention des kleinen musikalischen Brachialkunstwerks schon im Namen trägt, haben sich fünf deutsche Bands aus dem Brutal Death Metal-Genre vereinigt, um ihre neuesten Releases unter´s Volk zu bringen. Man teilt sich die Produktionskosten für die CD und kann so die Demo-Compilation in Eigenregie für den schmalen Taler anbieten. Als Kaufanreiz bekommt der geneigt Hörer exklusiv neues Material zu hören, nur TEARS OF DECAY steuern remixte Versionen alter, bisher unveröffentlichter Songs bei. Aber zunächst zu FETOCIDE, die das Package eröffnen. Die Jungs aus Niedersachsen sollten in der Szene keine Unbekannten mehr sein, sind sie doch seit 1998, damals noch unter dem Namen Deformity, unterwegs. Technisch versierter Death Metal amerikanischer Prägung kann hier als grobe Richtung genannt werden. Wenn bei FETOCIDE einmal nicht die volle Breitseite geblastet wird, ist der virtuos gezupfte Bass ein Hauptohrenmerk, der besonders das Sechs-Minuten Stück „Blindfold“ in den langsameren Passagen trägt. Noch etwas vertrackter lieben es CEREBRIC TURMOIL. Mit aberwitzigen Breaks prügeln sich die Berliner durch ihren Drei-Track Beitrag und schrecken selbst vor funkigen und jazzigen Einsprengseln wie in „Neural Net Meltdown“ nicht zurück. „Soul Famine“ mutiert zum wilden Stop-And-Go-Massaker, während „Vile Effect Momentum“ wieder etwas geradliniger zu Werke geht. Dass die folgenden JOHNSTON den brutalen Death Metal nicht ganz todernst nehmen, zeigt schon der einleitende „Beverly Hills Cop“-Eddie-Murphy-Soundschnipsel. Trotz humorvoller Einstellung werden beim drückenden Death Metal-Sound keine Abstriche gemacht, der textliche Kleinode wie „Jesus Stole My Tricycle“ oder unschöne Erfahrungen mit Lippenbläschen im flotten „Herpialkonstruktion“ transportiert. Death Metal kann ja auch Spaß machen. Gutteral tiefer gestimmt sind die folgenden VERY WICKET. Technische Verspieltheiten wie bei FETOCIDE oder CEREBRIC TURMOIL sind nicht ihre Sache, und so bieten die Wolfsburger vier Songs geradlinigen Death Metal mit tief gurgelnden Vocals, was aber auch seinen Reiz hat. Die Ostfriesen TEARS OF DECAY beenden den brutalen Reigen mit vier alten, aber unveröffentlichten Songs. Neu remixt, ordnen sie sich soundmäßig nahtlos auf dem „Split Yourself“-Sampler ein. Dabei hat der Remix aber keinen Einfluss auf die Brutalität der Stücke. Keine Angst, „Headbango Ergo Sum“ oder „Suicide Dimension“ poltern noch ordentlich in den Gehörgängen. „Split Yourself“ gibt es für 8,– Euro (inkl.P&V) zu bestellen unter www.carnagedeathmetal.de. (TF)

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